17 Ekim 2011 Pazartesi

Beitrag - Globalisierung

https://islands.iguw.tuwien.ac.at/gsi/index.php/Beitrag:VOX_Slide_Y_Z
Wobei X fuer die Vorlesung, Y fuer die Foliennummer und Z fuer eine Zeichenkette, die ihren Artikel eindeutig macht, steht.


https://islands.iguw.tuwien.ac.at/gsi/index.php/Beitrag:VO3_Slide_20_1227362327082

https://islands.iguw.tuwien.ac.at/gsi/index.php/Dimensionen_der_Globalisierung

* Dimensionen der Globalisierung und Effekten - Link: [[Dimensionen_der_Globalisierung]]


== Eine optimistische Sicht ==

"Globalisierung" ist mittlerweile zu einem Modewort geworden und wird mit unterschiedlichen Vorstellungen, Erwartungen und Ängsten verbunden. Im Kern meint Globalisierung die Intensivierung transnationaler, aber auch interdependenter Beziehungen in unterschiedlichen Bereichen (Ökonomie, Politik, Kultur, Kommunikation, Ökologie u.a.). In zunehmendem Maße wird für uns wichtig, was in anderen Teilen unseres Globus geschieht. Neu an dieser Globalisierung ist vor allem das Ausmaß und die rasante Zunahme dieses globalen Beziehungsgeflechts, insbesondere durch;

1) Wachsende Konkurrenz auf globalen Märkten, nicht nur für Konsumgüter, sondern vor allem auch für Dienstleistungen, für das Bankenwesen, für Versicherungen , Transport etc.

2) Wachsende globale und deregulierte Finanzmärkte. Auslandsinvestitionen, Schuldverschreibungen oder Devisengeschäfte orientieren sich weltweit an Renditeerwartungen, nicht aber an nationalen Grenzen.

3) Wachsende Bedeutung transnationaler Unternehmen als global Players, während der Gestaltungsrahmen der Nationalstaaten enger wird.

4) Wachsende "Grenzüberschreitungen" durch Migration und Verlagerung von Arbeitsplätzen, aber auch durch Ferntourismus und durch weltweite Kommunikation via Internet oder Email.

Die Globalisierung betrifft und verändert die Lebensbereiche fast aller Menschen. Allerdings sind Nutzen und Kosten dieses Prozesses sehr unterschiedlich verteilt. Deutlich wird dies schon an der Globalisierungsdebatte in Deutschland, die weitgehend als Diskussion über den Standort Deutschland geführt wird. Während innovative Firmen und transnationale Unternehmen den weltweiten Wettbewerb als Produktivitätsschub begrüßen, empfinden andere diesen Prozess vor allem als Gefährdung ihrer Arbeitsplatze, als Demontage sozialer Errungenschaften und als Existenzbedrohung.
Bei näherer Analyse erweisen sich allerdings Weltuntergangsstimmung als ebenso unangebracht wie unkritische Euphorie. Zwar ist mit der Globalisierung auch bei uns ein Strukturwandel verbunden, der beispielsweise Arbeitsplätze in bestimmten Industrien zum Verschwinden bringt. Andere Branchen und Sektoren haben demgegenüber durchaus Möglichkeiten zur Expansion, können beispielsweise den intra-industriellen Handel forcieren und haben gute Chancen, dass ihr Produktivitätsvorsprung, der trotz relativ hoher Lohnkosten in vielen Bereichen besteht, nicht verloren geht.
Was für Deutschland gilt, gilt in diesem Falle auch weltweit: Es gibt Gewinner und Verlierer der Globalisierung. Grundsätzlich ist festzustellen, dass der weitaus größte Teil dieser Dynamik sich im Bereich der "Industrieländer" abspielt. Weiterhin sind der Welthandel mit Industriegütern, größte Teile der modernen Dienstleistungen, die Auslandsinvestitionen, die Nutzung der modernen Kommunikationsmittel und andere "Segnungen" auf die OECD-Triade (Europa, USA, Japan) konzentriert. Der Anteil der "Entwicklungsländer" an diesen ökonomischen Sektoren ist demgegenüber gering.
Paradoxer Weise bedeutet dies nicht, dass die Länder der "Dritten Welt" zu wenig im Welthandel integriert wären. Afrika z.B. erwirtschaftet 29% seines Bruttoinlandsproduktes durch den Aussenhandel, ist also durchaus stark exportorientiert. Allerdings besteht diese Weltmarktintegration überwiegend im Export von agrarischen und mineralischen Rohstoffen - und deren Preiselastizität ist bekanntlich gering. So liegt der Anteil Schwarzafrikas am Welthandel bei gerade mal gut 1%.

== Eine kritische Sicht ==

'''Was ist wirklich neu an der Globalisierung?'''

1) die Komprimierung von Zeit und Raum mittels moderner Informations- und Kommunikationstechnologien

2) das alltägliche Leben und Handeln über nationalstaatliche Grenzen hinweg, in dichten Netzwerken, mit hoher wechselseitiger Abhängigkeit und Verpflichtung

3) die Zahl und Macht transnationaler Akteure, Institutionen und Verträge

4) die zunehmende Ortlosigkeit von Kapital und Arbeit

5) das Ausmaß wirtschaftlicher Konzentration bei gleichzeitiger Weltmarktkonkurrenz

''das zunehmend globale ökologische Gefahrenpotential und das Entstehen eines weltumspannenden Gefahrenbewußtseins''

'''Strukturmerkmale von Globalisierung'''

1) weltweite Durchsetzung des kapitalistischen Gesellschaftsmodells

2) Expansion des Welthandels mit Gütern und Dienstleistungen bei immer stärkerer räumlicher Vernetzung und zeitlicher Verdichtung der Entwicklungen

3) Expansion des internationalen Finanzwesens und hohe Dynamik von Finanztransaktionen

4) globale Kulturindustrien

5) wachsende, aber ungleichmäßig ablaufende Integration der globalen Güter-, Dienstleistungs- und Kapitalmärkte

6) Entkoppelung von monetärer und produktiver Wirtschaftssphäre

7) Bedeutungszunahme transnationaler Konzerne und Dienstleistungsunternehmen, die als global player immer unabhängiger von Nationalstaaten werden

8) relative Bedeutungsabnahme von Nationalstaaten und Entwicklung hin zu „Wettbewerbsstaaten"

9) Abkoppelung und Marginalisierung von Staaten, Regionen, Gesellschaften und Gruppen, die sich nicht in das globale Entwicklungsmuster integrieren (können)

10) Entgrenzung von Problemlagen (Arbeitslosigkeit, Armut, Umweltzerstörung, Kriminalität)

[[Image:globaliesierung.jpg]]

== Globalisierungskonzepte ==

'''1. Globalisierung von Finanzen und Kapitalbesitz:'''
Deregulierung der Finanzmärkte, internationale Kapitalmobilität, Anstieg der Firmenverschmelzungen und -aufkäufe, Globalisierung des Aktienbesitzes in der Frühphase.

'''2. Globalisierung der Märkte und Marktstrategien:'''
Weltweite Integration der Geschäftsabläufe, Etablierung intergrierter Operationen im Ausland (inkl. F&E und Finanzierung), globale Suche nach Komponenten und strategischen Allianzen.

'''3. Globalisierung von Technologie und der damit verbundenen Forschung und Entwicklung bzw. des Wissens:'''
Technologie ist der Schlüsselfaktor: die Entwicklung der Informationstechnologie und der Telekommunikation ermöglicht die Entstehung globaler Netzwerke innerhalb oder zwischen mehreren Firmen. Globalisierung als „Toyotisierung" / lean production.

'''4. Globalisierung von Lebensformen und Konsummustern sowie des Kulturlebens:'''
Transfer und Transplantation der vorherrschenden Lebensweisen. Angleichung des Konsumverhaltens. Die Rolle der Medien. GATT-Regeln werden auf Kulturaustausch angewandt.

'''5. Globalisierung von Regulierungsmöglichkeiten und politischer Steuerung:'''
Die reduzierte Rolle nationaler Regierungen und Parlamente. Versuche, eine neue Generation von Regeln durch Institutionen für die globale Steuerung zu schaffen.

'''6. Globalisierung als politische Einigung der Welt:'''
Staatenzentrierte Analyse der Integration der Weltgesellschaften in ein globales wirtschaftlich-politisches System unter Leitung einer Zentralmacht.

'''7. Globalisierung von Wahrnehmung und Bewußtsein:'''
Sozio-kulturelle Prozesse, die sich am „Eine Welt"-Modell, der „globalistischen" Bewegung, dem Weltbürgertum orientieren.

[[Image:globaliesierung2.jpg]]

== Dimensionen der Globalisierung ==

'''1. Die kulturelle Dimensionen:'''
Hollywood-Produktionen sind weltweit zu sehen, eine „Amerikanisierung“ der Kultur nicht zu leugnen, aber: lokale und regionale Kulturen verschwinden deshalb nicht. Im Gegenteil: Die Besinnung auf solche Kulturen zählt gerade zu den Begleiterscheinungen der Globalisierung, weswegen auch der Begriff „Glokalisierung“ in die Debatte eingebracht wurde.

'''2. Die wirtschaftliche Dimensionen:'''
Beispiele für alle Dimensionen lassen sich problemlos der Tagespresse entnehmen, wobei die wirtschaftliche Dimension zumeist im Vordergrund steht (enorme Zunahme des Handels und der Direktinvestitionen, Globalisierung der Finanzmärkte als Paradebeispiel, transnational integrierte Produktion, transnationale Unternehmen, Standortwettbewerb der Staaten und Regionen, Ende der Nationalökonomien).
Hier wird häufig darauf verwiesen, dass diese Prozesse mit dem Etikett „Globalisierung“ fehlbenannt seien, da sie sich im wesentlichen auf Nordamerika, Europa und Südostasien (Japan), also auf die sogenannte Triade beschränken.

'''3. Die Dimension Umwelt:'''
Globale Probleme wie die Erwärmung der Erdatmosphäre, das Ozonloch oder die Abholzung der tropischen Regenwälder veranschaulichen Globalisierung am eindrücklichsten, da es sich hier unbestritten um globale Probleme handelt, die einer globalen Bearbeitung bedürfen. Trotzdem gibt es natürlich auch im Umweltbereich regionale und lokale Probleme, selbst wenn sie grenzüberschreitenden Charakter aufweisen, wie etwa die Verschmutzung von Flüssen.
Weiterhin werden „entgrenzte“ Abhängigkeiten über Raum und Zeit hinweg deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass das Überleben ferner kleiner Inselstaaten, die sich zu der Organisation AOSIS zusammengeschlossen haben und durch einen weiteren Anstieg des Meeresspiegels existentiell bedroht sind, vom vergangenen und zukünftigen Verhalten aller, besonders der Menschen in den hochentwickelten Industriestaaten abhängt.
So kann es nicht verwundern, dass diesen Problemen die erste einer Reihe von Weltkonferenzen in den 90er Jahren gewidmet war, die Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992.

'''4. Die gesellschaftliche Dimensionen:'''
Die Welt wird zum „global village“, neuartige Kommunikationsgemeinschaften (Chat, E-Mail) über große Entfernungen hinweg treten zu traditionellen Gemeinschaften wie Familie oder Nachbarschaft hinzu, aber: sie ersetzen diese traditionellen Kommunikationsräume nicht, um ein Beispiel aus der gesellschaftlichen Dimension zu nennen.

'''5. Die politische Dimensionen:'''
Die Politik hat mit massiven Problemen zu kämpfen. ''Globalisierung'' und Standortwettbewerb schränken den Handlungsspielraum für nationale Politik ein, viele Probleme können nur noch angemessen international bzw. global bearbeitet werden. Neue Politikformen und -arenen müssen gefunden werden. So wird etwa die europäische Integration als erfolgversprechende Antwort auf die Herausforderungen der Globalisierung bezeichnet.
Die nach wie vor wesentlich territorial und im nationalstaatlichen Rahmen organisierte Politik hinkt der zunehmend international bzw. global organisierten, entgrenzten und entstofflichten Wirtschaft hinterher. Die sozialstaatliche „Einbettung“ des Kapitalismus droht an diesem grundlegenden Missverhältnis zu scheitern.
Aber nicht alles, für das die Globalisierung verantwortlich gemacht wird, ist ihr tatsächlich anzulasten. Häufig dient sie Politikern als Sündenbock und argumentative Allzweckwaffe. Dieser Aspekt wird deutlich, wenn man sich Beispiele aus dem Bereich der Politik überlegt, die nicht zur Schnittmenge mit Globalisierung zählen.


== Quellen: ==

http://www.dadalos-d.org/Globalisierung/grundkurs_2/triadisierung.htm

http://www.kulturgeo.uni-freiburg.de/mitarb/dittrich/globali.html

http://www.dgb-goslar.de/Aktuell/Globalisierung/Was-ist-Globalis.html

http://www.welthaus.de/global.html

http://www.youtube.com/watch?v=S3BWLw7D2RA

http://www.youtube.com/watch?v=2Ci9JnC8_I8&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=pdT_1DmQCpU&feature=related

http://europa.eu/scadplus/leg/de/cha/c11913.htm

http://www.dadalos-d.org/Globalisierung/Grundkurs_2.htm

http://www.bpb.de/veranstaltungen/63VYQF,0,0,Forderungen_der_ILOWeltkommission_f%FCr_die_soziale_Dimension_der_Globalisierung_zum_Thema_%84Welthandel%93.html

http://www.youtube.com/watch?v=YQJE_r1wmuA&feature=related

http://www.uni-weimar.de/medien/management/frames.html?url=/medien/management/sites/ws0102/global_vor/global_vor_content/global_vor_kapitel_4.htm&

http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/119045/

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/8/8029/1.html

http://www.dadalos-d.org/Globalisierung/grundkurs_5/konferenzen.htm

http://www.foerderland.de/907+M52601caafa7.0.html

http://www.linksnet.de/de/artikel/18735

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